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Warum? "Käfer"

 

Es gibt kaum eine Ortschaft im Kraichgau, der die lieben Nachbarorte keinen Spitz- oder Übernamen angehängt haben. Nicht selten sind Schildbürgerstreiche, absonderlich örtliche allgemeine Gewohnheiten oder Lebensweisen zum Anlass genommen worden.


"So wurde den Ittlingern schon recht früh nachgesagt, dass sie recht betriebsam und rege oder, mit anderen Worten, schaffig und käfferig gewesen seien. Deshalb nannte man die Ittlinger lange Zeit einfach nur Käffer. Käfer allerdings (so die Abwandlung) wäre ja nun kein abträglicher Name gewesen und das wiederum war nicht im Sinne der Necknamen-Erfinder.
Deshalb gibt es drei Versionen, über die Entstehung des Käfertripplers:

Die erste erzählt davon, dass es einst in Ittlingen eine große Maikäferplage gegeben habe. Es gab im Ortsetter Laubbäume und in den Wäldern Eichen, deren junges Laub von den Käfern bevorzugt wurde. Zur Abenddämmerung surrten die riesigen Maikäferschwärme um die Häuser, Gassen und Stallungen und die Ittlinger waren damit beschäftigt, dem Viehzeug mit Besen, Stecken und belaubten Haselnussruten den Garaus zu bereiten. Doch der Erfolg war nicht allzu groß und die Hühner, denen man die Käfer zum Fraße vorwarf, konnten gar nicht so viele fressen. Viele Käfer allerdings stellten sich auch tot und starteten "ums rumgucke" zu einem neuen Flug.
Da kam ein Ittlinger auf die Idee, morgens in aller Frühe, wenn die Käfer noch unter den Blättern schlafen, auszurücken und sie von den Bäumen zu schütteln. Der Schultheiß griff die Idee auf und ließ ausrufen, dass alles "was zwei Beine hat" in aller Frühe ausziehen soll, um die Käfer von den Bäumen zu schütteln, sie einzusammeln und anschließend auf dem freien Platz vor dem Rathaus abzulegen. Dabei erklärte das Dorfoberhaupt noch etwas von der Naturgeschichte, indem er etwas von schädlichen Engerlingen erzählte.

Am nächsten Morgen zogen die Ittlinger los, denen die Geschichte des Bürgermeisters einleuchtete, schüttelten die Käfer von den Bäumen und sammelten sie in Eimern, Körben und Schachteln.
Vor dem Rathaus wuchs der Berg der erbeuteten Käfer an, die anfangs noch erstarrt waren, aber mit zunehmendem Sonnschein wurden sie immer regsamer und versuchten davonzufliegen. Da befahl der Schultheiß: „Leit dribbelt, dribbelt, was das Zeigs hält. Die dode Käffer schmeißt er uff de Schindwase und deckt se mit Erde zu". 

Die zweite Version erzählt, dass es in den Brunnentrögen nur so vor ekelhaften Wasserkäfern gewimmelt hätte. So ekelhaft, dass sogar das Vieh schon nicht mehr saufen wollte. Nach der Überlieferung sollen deshalb die öffentlichen Brunnen weitaus seltener benutzt worden sein, als andere. Wie in der ersten Variante kam vom Schultes der Befehl, die lästigen Käfer zu sammeln und zu töten. 

Die dritte Geschichte handelt davon, dass es einst in Ittlingen 13 Quellen gegeben habe, die jedoch für eine Ausnützung als Wasserleitung nicht in Frage gekommen seien. Unter diesen Quellen ist eine, von der in den Nachbarorten mehr gesprochen wird, als in Ittlingen selbst. Wer von ihr Wasser trinkt - so hieß es - soll besonders erfrischt (oder mit anderen Worten) käfferig werden.

Artikel aus der RNZ vom Februar 1988
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